von Volker Schobeß
Rückblickend schien es vergleichsweise einfacher zu sein eine Zeitschrift herauszugeben, als einen Verein zu gründen. Daß es trotzdem glückte, verdanken wir nicht zuletzt unseren Mitgliedern, die für den Vorstand der eigentliche Motor und für uns alle zum eigentlichen Schatz unseres gemeinsamen Vorhabens geworden sind.
Nicht Religionen noch Ideologien, weder politische noch wirtschaftliche Interessen verbinden uns. Eher verstehen wir uns in dem gemeinsamen Ideal der Pflege und Bewahrung preußischer Militärgeschichte, die ein besonderes Geschichtsbewußtsein in der Region und im gesamten Land Brandenburg befördern soll. Die Entfaltung kriegerischer Macht hat europäische Geschichte geprägt, Brandenburg-Preußen hat dabei eine wesentliche Rolle gespielt. Diese Feststellung allein würde genügen, um ein Militärmuseum für Potsdam, als richtig zu empfinden!
Im Sommer 1999 traf sich ein kleiner Kreis von Personen um diese Idee in die Tat umzusetzen. Dem ging ein längerer Gedankenaustausch voraus. Langjährige Sondierungen unseres Mitgliedes Matthias W. Moritz und ein Artikel von Manfred P. Schulze, in der Zeitschrift für Heereskunde, gaben schließlich den Ausschlag. Der damalige Standortälteste der Bundeswehr in Potsdam, unser Vorsitzender Oberst a. D. Burkhart Franck, ergriff die Initiative. Das erste Treffen in Berlin, am 17.08.1999, zufällig der Todestag Friedrichs des Großen, wurde zur Geburtsstunde des Fördervereins Militärmuseum Brandenburg-Preußen e. V. Die Initiatoren traten zuerst als Freundeskreis auf, wählten einen Vorstand und bereiteten die rechtmäßige Vereinsgründung vor. Von da an trifft sich, bis heute, der Vorstand in für Mitglieder öffentlichen Treffen einmal im Monat, um die Organisation und umfangreiche Logistik für diese schwere Aufgabe voranzutreiben. Zum gewählten Vorstand gehören, der 1. und 2. Vorsitzende, der Geschäftsführer, der Schatzmeister und vier Beigeordnete. Nach außen wird der Verein durch den 1. Vorsitzenden und den Geschäftsführer vertreten. Nachdem der Vereinsname "Militärmuseum Brandenburg-Preußen" endgültig feststand, wurden entgegen aller Unkenrufe und Pessimisten, Satzung, Logo und Museumskonzeption erarbeitet. Am 05. Juni 2000 war es soweit, das Gründungsprotokoll wurde unterzeichnet (siehe Teilnehmerfoto) um die Eintragung beim Amtsgericht Potsdam zu beantragen. Unser Verein wurde gemeinnützig anerkannt und für kulturelle Zwecke in die höchste Förderwürdigkeit eingestuft.
Dank des unermüdlichen Einsatzes unseres 1. Vorsitzenden wurde durch den Vorstand ein umfangreiches, ehrenamtliches Betätigungsfeld aufgenommen. Erfolgreich entwickelten sich Ausstellungen, Exkursionen und Vortragsreihen und die Zahl der Mitglieder nahm stetig zu. Heute zählt der Museumsverein, der auch Mitglied im Landesmuseumsverband ist, zu den personell stärksten und aktivsten Vereinen der Stadt Potsdam! Numerisch bewegt sich die Anzahl seiner Mitglieder auf die 190 zu. Eine illustre Gesellschaft mit gemeinsamen Interessen erstreckt sich über ganz Deutschland. Geschichtswissenschaftler wechseln sich mit Buchautoren, vielen ehemaligen Angehörigen der Bundeswehr ebenso, wie mit Bürgern aus allen Berufsschichten ab. Vereinzelte Mitglieder sitzen sogar in den U.S.A., in der Schweiz und auch in Österreich.
Gut ist der Zuspruch in der Öffentlichkeit, aber auch bei staatlichen Stellen. Trotz alledem bleibt es dabei, in Zeiten knapper Kassen hängt alles weitere vom Gedeihen privater Spenden und einer größeren Sponsorentätigkeit ab. Die Gebäudefrage wurde vom Verein bereits erfolgversprechend in Angriff genommen. Die weitere Entwicklung, hin zum eigentlichen Museum in privater Trägerschaft, wird von einer erfolgreichen Geldbeschaffung abhängen. Die ideelle Anerkennung des Museumsvereins läßt sich aber auch an seinen vielfältigen Sammlungsbeständen ablesen. Extra erwähnt werden soll die umfangreiche "Sammlung von Stein" mit ihren wertvollen Hieb- und Stichwaffen. Ungezählte Bücher, Uniformen und militärhistorische Gegenstände sowie äußerst wertvolle Devotionalien füllen bereits viele Räume. Aber auch die vielen, kleineren Geldspenden unserer Mitglieder halfen uns. Dafür danken wir ganz herzlich! Nicht ein Stück mußte erworben werden. Fast alle großzügigen Schenkungen oder Dauerleihgaben stammen von unseren Mitgliedern. Zum Anfang in der Henning-von-Tresckow-Kaserne untergebracht, konnten inzwischen größere und sichere Räume, an einem anderen Standort in Potsdam, angemietet werden.
Die Aussichten für den Aufbau eines Militärmuseums in Potsdam stehen somit nicht schlecht. Entsprechende Weichenstellungen sind vom Verein bereits gestellt. Daß unsere Mitglieder uns auch weiterhin den Rücken stärken, bleibt Hauptmotivation für die Arbeit des Vorstandes. Unabhängig von den Strömungen des jeweiligen Zeitgeistes gilt es weiterhin an unserem Ziel eisern festzuhalten. Die Errichtung eines Militärmuseums, in der alten Residenz und Garnisonstadt Potsdam, sollte von kommunaler Seite nicht nur gesellschaftlich anerkannt, sondern auch gefördert werden!