Man darf fast schon von Tradition sprechen, wenn sich zum wiederholten Male Mitglieder des Fördervereins Militärmuseum Brandenburg-Preußen e.V. auf eine zweitägige Exkursion begeben. Das Ziel war diesmal Hamburg, vom 6. - 7.11. 2008.
Ohne Zweifel ist diese Stadt immer eine Reise wert. Wenn Hamburg aber seit einigen Monaten ein neues Seezeichen hat, nämlich das weltgrößte Internationale Maritime Museum mit einer über 3000 Jahre gestalteten maritimen Geschichte, dann ist ein Besuch museal Interessierter ein Muß. Und da sich die Teilnehmer als Suchende nach Ideen und Gestaltungsvarianten für ein eigenes militärgeschichtliches Museum sehen, war der Reiseanlass ein doppelter.
Nach der Ankunft im zentral gelegenen Hotel südlich der Außenalster ging es sofort in Richtung Speicherstadt. Dort hat die Peter Tamm (Senjor) Stiftung zwischen 2004 und 2006 den Kaispeicher B aus einem Lagerraum denkmalgerecht in ein Haus maritimer Kostbarkeiten umbauen lassen. Prof. Peter Tamm, dessen Vorfahren seit Generationen in der Hamburger Schifffahrt tätig waren, wurde seit frühester Kindheit von einer Sammelleidenschaft an maritimen Dingen erfaßt. So konnten kostbare Zeugnisse aus Vergangenheit und Gegenwart in einer exzellenten Art und Weise dem Besucher nahegebracht werden. Beeindruckend, wie sich auf neun Ausstellungs- Decks wissenschaftliche Forschungsergebnisse, Leben auf und mit der See und tausende Ausstellungsstücke harmonisch und ansprechend darbieten. Mit vielen Anregungen und Ideen für einen möglichen eigenen musealen Gestaltungsrahmen verließ die Gruppe den ältesten erhaltenen Speicher Hamburgs.
Aber der Tag war noch nicht beendet und der Entschluß, Hamburg zu Fuß weiter zu erkunden, einstimmig. Über die Kennedy-Brücke ging es in Richtung Dammtor-Bahnhof. Dieser ehemalige Paradebahnhof für Staatsbesuche, äußerlich sehr Bahnhof, zeigte im Inneren eine fast gemütlich wirkende, würdige Architektur. Vereinsmitglied Frau Müller-Laatsch wußte als zeitweilig in Hamburg Wohnende, daß das 1903 eröffnete neue Bahnhofsgebäude noch ein Abstellgleis für den Sonderzug des Kaisers besaß und daß sich auch spezielle Fürstenräume im Erdgeschoss befanden. Nächster Halt war das Kriegerdenkmal von 1934 am Dammtor. Von nationalen Kreisen initiiert, soll es an die Soldaten des Infanterie-Regimentes „Hamburg“ (2.Hanseatisches) Nr.76 sowie eines Reserve-Bataillons erinnern. Über den heutigen Umgang mit dem Denkmal informierte der Vereinsvorsitzende Burkhart Franck. Letzte Sehenswürdigkeit des Tages war das Rathaus von 1897. Das Haus mit dem 112m hohen Turm, der das Gebäude in zwei Hälften teilt, nämlich für die Bürgerschaft und den Senat, strahlte im Licht der Scheinwerfer. Die imposante Architektur kündet vom Stolz und Selbstbewußtsein der Hanseaten. Daß diese Eindrücke bei einem Bier in einer gemütlichen Gaststätte ausdiskutiert werden mußten, ergab sich von selbst.
Am nächsten Tag war das Museum für Hamburgische Geschichte erstes Ziel. Dieses prächtige Backsteingebäude mit einer Turmbekrönung, die wie ein Leuchtturm gestaltet ist, wurde zwischen 1914 und 1922 vom bedeutenden Hamburger Architekten Fritz Schumacher erbaut. Das Bauwerk selbst platziert sich an der Stelle der ehemaligen Bastion Henricus, einem Teil der früheren barocken Befestigungsanlage. In den Ausstellungsräumen erhält man einen sehens- und erlebniswerten Überblick zu der wechselvollen 1200 jährigen Geschichte der Stadt. Weiter ging es zu den Landungsbrücken. Natürlich darf man sich eine Rundfahrt mit einer der typischen Hafenbarkassen nicht entgehen lassen. Vorbei ging es an einem Trockendock, in dem sich gerade die „Queen Mary 2“ zur Inspektion befand. Ein Erlebnis der besonderen Art war, die Speicherstadt von der Wasserseite zu betrachten und den Rhythmus der kleinen und großen Schiffe in dem riesigen Hafenareal zu beobachten.
Vor der Heimreise war noch der Besuch eines gemütlichen Cafes auf Hamburgs international bekanntester Straße -der Reeperbahn- angesagt. Mit dem Austausch von Eindrücken und gewonnener Erkenntnisse ging es wieder nach Potsdam. Alle Teilnehmer dieser Fahrt waren sich einig, auch in Zukunft Exkursionen dieser Art als Bestandteil unseres Vereinslebens zu unternehmen.